Makha Puja Tag

Die „Makha Puja“–Feier wird zur Erinnerung an den Tag begangen, an dem Buddha neun Monate nach Erreichen seiner Erleuchtung im Weluwan-Tempel bei der Stadt Rajagaha im Staate Magadha (Nordindien) eine Predigt hielt, die als das Herzstück der buddhistischen Lehre gilt: die „Patimokha“-Predigt. Nach dem traditionellen thailändischen Kalender fällt die „Makha Puja“-Feier mit dem Vollmond des dritten Monats zusammen (resp. des vierten Monats in einem Schaltjahr).

An jenem Tag trug sich ein ausserordentliches Ereignis zu. Die buddhistische Mönchsgemeinschaft fand sich zum ersten Mal in der Geschichte zu einer Versammlung ein, die vier wichtige Merkmale aufwies („Jaturongkhasannibat“):

Erstens fanden sich insgesamt 1250 buddhistische Mönche ein, um ihren Religionsstifter zu treffen, ohne dass vorher eine Einberufung stattgefunden hätte.

Zweitens waren sämtliche dieser Mönche auf höherer Stufe Erleuchtete („Phra Arahant“).

Drittens waren alle diese Mönche vom Buddha selbst ordiniert worden.

Viertens hielt der Buddha an diesem Tag des Vollmonds des dritten Monats seine „Patimokha“-Predigt, welche uns als eine Sammlung der buddhistischen Lehrgrundsätze überliefert ist, nach denen die Mönche ihr Verhalten ausrichten und die sie ihrerseits in seelsorgerischer Funktion an die gläubigen Menschen weitergeben sollen. Diese Lehrgrundsätze kann man kurz zusammengefasst wie folgt umschreiben:

Geduld und Zurückhaltung üben ist gleich einer hohen Geistesschulung. Das Erlöschen von Leiden und Begierde bedeutet die höchste Erkenntnis.

Ein Mensch, der schlechte Taten vermeiden will, wird sich hüten, gegen andere tätlich zu werden oder andere auszunützen.

Die buddhistische Religion lehrt uns, der Versuchung der Sünde nicht zu verfallen, gute Taten zu vollbringen und die eigene Seele zu läutern.

Des weiteren lehrt uns der Buddha, nichts Schlechtes zu sagen, nicht zerstörerisch zu sein, die Regeln des „Winai“-Verhaltenscodex einzuhalten, Mass zu halten beim Essen, an einem ruhigen Ort sich niederzulassen und zu schlafen, und sich in Meditation zu üben.

Obschon einige Abschnitte der „Patimokha“-Predigt insbesondere die Mönche und andere sich strengen religiösen Regeln unterziehende Menschen betreffen, so richtet sie sich doch in vielen Teilen an die breite Bevölkerung. Unter anderem zeigt sie das höchste Ziel der buddhistischen Lehre auf, nämlich das Erlöschen von Leiden und Begierde („Nibbhan“ oder Nirwana). Daher sollten sich alle Buddhisten die „Patimokha“-Predigt zu Herzen nehmen und sich bemühen, deren Inhalt richtig zu verstehen und im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten und Kräfte im Leben anzuwenden.

Die „Makha-Puja“-Feier könnte man auch als „Tag der Lehre (Dharma)“ bezeichnen, da sie sich ja auf die Verkündung des Herzstücks seiner Lehre durch den Buddha bezieht. Aus diesem Anlass begehen die gläubigen Buddhisten den Tag mit religiösen Aktivitäten wie Gabenspenden an die Mönche („tak Baat“), der Möchspredigt Zuhören („fang Thet“) und einer Kerzenprozession um den „Chedi“ oder das „Ubosot“-Gebäude („wian thian“) in der Besinnung auf die drei Juwelen des Buddhismus: Buddha, seine Lehre (Dharma) und die Mönchsgemeinschaft (Sangha).