Einmal Wat Tung und zurück
Aufzeichnungen einer außergewöhnlichen Reise

3. Teil
8.1.2001 Der Damenausflug

Es klappt gleich am nächsten Tag gegen Mittag und es wird ein reiner Damenausflug. Die Mönchsväter wollen nicht mitfahren. Leifs Vater will seinem Sohn beim Einpflanzen der neu gekauften Pflanzen helfen. Leif selber ist es als Mönch nicht gestattet, in der Erde zu graben. Jedoch darf er sich um seine Pflanzen kümmern, sie pflegen. Bernd will Johannes ein wenig bei seinen alltäglichen Verrichtungen zuschauen. Heute ist Waschtag angesagt. Außerdem rasieren sich die Mönche und Nonnen heute noch ihre Köpfe kahl. Das ist 1x im Monat vor dem Mönchstag zu Vollmond dran. Brigitte erscheint zur Damentour noch mit kurzer Stoppelfrisur. Sie wird ihren Kopf am Abend nach unserer Rückkehr aus Suphanburi rasieren. Sie hat die braune Arbeitskleidung der Nonnen gegen die weiße Ausgehrobe getauscht und nun kann es losgehen.

Das Fahrzeug, was uns nach Suphanburi bringt, ist ein Isuzu Wanderer. Isuzus sind überhaupt die meistgesehensten Autos auf Thailands Straßen. Wie wir erfahren, werden sie in Thailand unter japanischer Lizenz produziert. Die Besitzerin des Isuzus fährt auch mit. Sie hat das Auto gekauft, besitzt aber selbst keinen Führerschein. So benötigt sie immer einen Chauffeur. In unserem Fall haben wir eine Fahrerin. Es ist die kleine lustige Nonne Ah, Eh gesprochen. Ah übernimmt sehr gern diese Aufgabe; sie ist eine begeisterte und rasante Autofahrerin. Eigentlich ist es Nonnen und Mönchen untersagt, außerhalb der Tempelanlagen Fahrzeuge zu steuern . Ah setzt einfach eine weiße Pelzmütze auf, so daß man von außen nicht ihren kahlgeschorenen Kopf sehen kann und damit ist dieses Verbot umgangen. Ich frage mich, wieso der Buddha den Mönchen das Autofahren verbieten kann, wo es doch zu Buddhas Zeiten noch gar keine Autos gab. Ein Handy dürfen dagegen Mönche besitzen, wenn ihnen jemand die Gebühren bezahlt. Manche Dinge, die im alltäglichen Leben Verbotenes und Erlaubtes regeln, sind für Außenstehende schon schwer zu begreifen. Einen Führerschein soll man in Thailand bekommen, wenn man 500 Baht bezahlt. Fahrstunden und eine Prüfung sind nicht abzulegen. Entsprechend hoch ist in Thailand die Zahl der jungen Verkehrsopfer. Zu Silvester, sagt Brigitte, soll es 5000 Verkehrstote in Thailand gegeben haben.

Wir sind also zu fünft: die Autobesitzerin, die flotte Fahrerin Ah, Brigitte und wir beiden Mütter. Zuerst geht es zur Bank, Baht eintauschen. Danach gehts zur Post. Wir kaufen für Johannes auch noch einige Aerogramme; das sind bereits frankierte Luftpostbriefe. Die muß er dann nur noch mit einer Seite Neuigkeiten aus dem Kloster füllen und kann sie sofort abschicken. Im Gegensatz zu seinem 1-jährigen USA-Aufenthalt während der Schulzeit, in dem wir vielleicht 4 Briefe im ganzen Jahr bekamen, schrieb Johannes in dem Jahr Thailand regelmäßig. Manchmal waren es seitenlange, für uns schwerverständliche Abhandlungen über Buddhismus, die man mehrfach lesen mußte. Die Schilderungen aus dem Klosterleben, die Johannes schickte, halfen uns, nicht gar so unvorbereitet in das Abenteuer Wat Tung zu stürzen.

Nach der Post fahren wir zu einem Supermarkt, kaufen für Johannes Kokosnußsirup und Mundwasser. Brigitte kauft12-er Packs von kleinen Popcorn-und Kräckertütchen sowie eine große Menge Sojamilchpacks, alles für die Mönchsverpflegung. Ich kaufe im Lotus eine Menge grünes Gemüse, daß sich Johannes wegen des Chlorophylls gewünscht hat. Das Angebot ist nicht immer gleich vielfältig, aber heute ist vieles da: Brokkoli, Chinakohl, junge Schoten und noch vieles mehr. Die Riesentüte Grünzeug kostet an der Kasse gerade mal 5 Mark.

Später am Markt von Sam Chuk kaufen wir eine ganz außergewöhnliche Pflanze, die aussieht, als hätten sie Marsmännchen bei einem Besuch auf der Erde vergessen. An dicken Stengeln hängt so etwas, was wie kleine fliegende Untertassen mit daumennagelgroßen geschlossenen Bullaugen aussieht. Diese Bullaugen beherbergen die lecker schmeckenden Lotusnüsse. Später werden wir Johannes die ganze grüne Pracht vor seine Kuti legen, denn er ist da gerade mit Bernd spazieren. Er wird die Lotusnüsse zunächst für eine Blume halten und sie ins Wasser stellen, bis wir es ihm erklären. Er kannte zwar Lotusnüsse, wußte aber nicht, in welch außerirdischer Hülle sie ihr Zuhause hatten.

Die Nonnen fragen uns, ob wir die Gelegenheit nutzen wollen, um Luang Poo, der ganz in der Nähe im Krankenhaus liegt, besuchen wollen. Natürlich wollen wir. Wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, ein thailändisches Krankenhaus von innen zu sehen, ohne selbst krank zu sein? Luang Poo war an diesem Tag am Auge operiert worden, keine komplizierte Sache, aber für einen fast 85 jährigen natürlich eine Belastung. Wir kaufen noch 2 Blumenketten und ein paar Milch Energy Drinks. Dann betreten wir das Krankenhaus. Der erste Eindruck ist gut: Sauberkeit und Ruhe. Es gibt auch keine Patienten, die auf den Gängen liegen müssen, weil der Platz nicht reicht. Luang Poo liegt auf dem Bett und schläft, natürlich in seiner Mönchsrobe. Er wurde erst vor 2 Stunden operiert und hat noch eine Mullbinde über dem Auge. Wir sind ganz leise, machen nur die üblichen Ehrenbezeigungen und verschwinden wieder. Vorher hängen wir noch unsere Blumenketten ans Bett .

Beim Rausgehen kommen wir an der Geburtenstation vorbei. Neugierig schauen wir durch die Lamellen am Fenster. Sofort werden wir von einer der anwesenden frischgebackenen Omas hereingewunken. Wir treten ein; es sind 6 Betten im Zimmer. Bei den jungen Müttern und ihren Babies sind meistens die Omis, in einem Fall die ganze Familie nebst großem (ca. 3 Jahre) Geschwisterchen zu Besuch. Man freut sich über unser Kommen, vor allem sicher, weil wir eine buddhistische Nonne dabei haben. Von Brigittes Anwesenheit erhofft man sich Segen und Glück für das Kind. Spontan legt mir eine Thaioma ein kleines Bündel in den Arm: ein winziger, schwarzhaariger Thai-Junge, der heute geboren wurde. Ich spüre seine kleinen Beinchen, wie sie sich abstemmen, als er sich streckt. Diese rührende Szene müssen wir unbedingt im Bild festhalten. Natürlich hat Leifs Mutter ihren Apparat schußbereit. Nach einer Weile wird es dem kleinen Kerl unbehaglich und er öffnet sein winziges Mäulchen zum Brüllen. Wir bringen den 6 Müttern noch erfrischende Milchgetränke aus unseren gerade gekauften Vorräten und verlassen die Klinik.

Vor dem Krankenhaus sind gerade zwei weitere Abordnungen ( alles Frauen, einige aus dem Tempel und 2 Frauen, die Ärztinnen aus Bangkok sind und die Brigitte kennt) angekommen, um nach Luang Poo zu sehen. Wir schießen noch ein Damengruppenfoto und machen uns auf den Heimweg nach Wat Tung. Bernd sehe ich erst am nächsten Morgen wieder, denn als wir ankommen, ist es schon wieder dunkel.

9.1.2001 Wan Phra - Der Mönchstag

Der Mönchstag ist ein mehrmals monatlich begangener, durch den Mondkalender bestimmter Ehrentag für die Mönche. Da Leifs Eltern schon fast 3 Wochen hier im Wat sind, haben sie die abendliche Prozession, die an diesen Tagen stattfindet, schon einmal erlebt. Am heutigen Mönchstag ist Vollmond. Alle Mönche und Nonnen erscheinen an diesem Tag früh zur Essensausgabe mit frisch geschorenen Köpfen. Besonders bei den Nonnen ist das ein sehr gewöhnungsbedürftger Anblick.

Tagsüber sind heute keine Aktivitäten außerhalb des Tempels geplant. Ich nutze die Gelegenheit und bestelle über Brigitte bei einer Frau, die hier im Tempel arbeitet, eine Thai- Massage. Die junge Frau kommt gegen halb 2 in meine Hütte und schaltet als erstes den Ventilator ein. Dann bedeutet sie mir, daß ich die Matten, die auf dem Bett liegen, auf den Boden legen soll. Kurz die Hände zum Gebet gefaltet (sie, nicht ich !), dann geht es los. Nach 2 Stunden bin ich um eine sehr intensive Erfahrung reicher. Von Thai-Massage hatte ich bisher nur gehört, daß sie nichts mit den uns bekannten Massagetechniken, die im wesentlichen aus Kneten, Klopfen und Streicheln bestehen, gemein hat. Thai-Massage ist ganz anders und stellenweise tut es ganz schön weh. Ich hatte nicht gewußt, daß ich aus so vielen Knorpeln bestehe, die man so schmerzhaft gegeneinander verschieben kann. Die junge Frau versteht ihr Handwerk. Sie erkennt Problemzonen und bearbeitet diese besonders erbarmungslos. Für die Ganzkörpermassage, die nicht am nackten Körper, sondern durch (wenn möglich dünnen) Stoff hindurch gemacht wird (ich trage mein langes oranges Baumwollnachthemd), berechnet sie gerade mal 100 Baht. Wie uns Brigitte sagt, bezahlt man in den Urlauberregionen ein Vielfaches. Zurück bleibt lediglich eine Art von Muskelkater und das Gefühl, seinem Körper etwas Gutes getan zu haben.

Die Mönchstag-Aktivitäten beginnen kurz nach 20 Uhr an diesem Abend. Ich begebe mich, mit Mückenschutz eingerieben und mit Taschenlampe bewaffnet zum Sala Gäo. Dort wartet schon Bernd auf mich. Eine Thai-Nonne schenkt jedem von uns eine Räucherkerze. Als auch Leifs Mutter und Vater, jeder aus seiner Richtung eintreffen, gehen wir in den Gebetsraum. Dort sind schon 30-40 Nonnen versammelt, ebenso sind ganze Thai-Familien mit ihren Kindern gekommen. Viele haben Körbe mit Blumen dabei. Man sitzt auf Isomatten, von denen eine bereitwillig für uns weiter ausgerollt wird.

Unsere Männer werden höflich vom Tempeldiener aufgefordert, in der ersten Reihe Platz zu nehmen. Davor ist ein Podest, ca. 30cm hoch, auf dem wenig später die Mönche Platz nehmen. Sie müssen höher sitzen als die Nonnen und die Laien, so will es die Regel. Ein Vorsänger stimmt einen Sprechgesang an; die Mönche und Nonnen stimmen ein. Johannes scheint den Text ebenfalls zu kennen, wie man aus seinen Lippenbewegungen ablesen kann. Die Melodie klingt sehr schön. Nach diesem kurzen Chanting bekommen die Mönche Blumen und zu trinken ( wahrscheinlich Eiskaffee; so genau kann man das aus der Ferne nicht erkennen). Dann erheben sie sich und die Prozession um den Buddha in der linken Saalhälfte beginnt. Alle zünden ihre Kerzen an und die 3-malige Umrundung der Buddhafigur fängt an. Dabei wird wieder gesungen. Es ist feierlich und ein bißchen wie Lampionumzug, nur mit Kerzen. In anderen Tempelgebäuden von Wat Tung habe ich sehr schöne Buddhafiguren gesehen. Mir ist nicht klar, warum diese Buddha-Prozession um den kleinsten und mickrigsten Buddha abgehalten wird. Er muß entweder besonders alt oder besonders wertvoll sein. Ich nehme mir vor, Brigitte danach zu fragen.

Nach der Prozession nehmen die Mönche wieder Platz, um zu meditieren. Nach Johannes Aussagen dauert das bis früh um 4 Uhr. So lange halten es allerdings die wenigsten aus. Es ist keine Pflicht und jeder Mönch entscheidet das für sich. Für uns ist Schluß an diesem Abend. Ich werde auf meinem harten Bett schlafen und sicherlich die für heute Nacht gegen 2 Uhr früh vorhergesagte Mondfinsternis verpassen.

10.1. Letzter Tag im Kloster Wat Tung

Wir holen uns um 9 Uhr das letzte Mal bei diesem Besuch im Kloster Essen vom Büfett. Das gemeinsame Abschiedsfrühstück wird vor der Hütte von Leifs Mutter eingenommen. Gegen 11 Uhr finden wir uns zur Verabschiedung bei Luang Pho ein. Wir, das sind in diesem Fall Brigitte, Johanes Bernd und ich, 3 x Familie K., Maria und Zois. Leifs Eltern sind schon mit dabei, weil sie 2 Tage nach uns Wat Tung verlassen, Brigitte aber an diesem Tag nicht in Wat Tung ist und demzufolge nicht bei der Audienz dolmetschen kann. Brigitte wird uns nach Bangkok begleiten. Auch Maria kommt mit, um wegen Visaangelegenheiten etwas zu klären. Für alle Ausländer, die länger als 5 Jahre in Thailand sind (bei Maria werden es schon 10 Jahre), ist es nicht einfach, eine Verlängerung des Visums zu bekommen. Viele Wege gibt es dennoch, es zu schaffen: Gute Beziehungen zum Religionsministerium, viel Geld oder man läßt sich von einem Thai adoptieren. Letzeres will Maria versuchen, auch wenn ihr das dann wieder viel Laufereien einbringt, wenn sie mal nach Deutschland muß.

Zois fährt auch mit nach Bangkok, bleibt dort ein paar Tage und fährt dann weiter, um auf Thailands Inseln Mountainbike zu fahren und zu tauchen. Im März will er wieder in Wat Tung sein, denn da ist am 12.3.2001 Luang Poo's 85. Geburtstag. Was er die ganze Zeit bis dahin macht, bleibt unklar. Auf jeden Fall scheint er die Wintermonate in Thailand zu verbringen.

Bevor wir zu Luang Poo hineingehen, machen wir noch ein Gruppenfoto. Das gestaltet sich schwierig, da die Thai-Mädels, die die Aufnahme machen sollen partout es nicht schaffen, den Blitz auszulösen. Viel zu sanft betätigen sie den Auslöser; endlich klappt es. Die Verabschiedung bei Luang Poo ist sehr kurz, um ihn nicht zu überanstrengen. Er liegt auf dem Bett, ein Auge immer noch verbunden. Er wünscht uns eine gute Heimreise und läßt über Brigitte fragen, wann wir wiederkommen. Wenn Johannes im Mai, wie geplant, zurück nach Thailand geht, wird es wohl bis Januar 2003 dauern, bis wir wiederkommen. Der Januar scheint uns ein idealer Reisemonat für Thailand zu sein. Beim nächsten Besuch bei Johannes in Thailand werden wir uns auch für Bangkok ein paar Tage Zeit nehmen und natürlich wollen wir auch wie dieses Mal ans Meer.

Der letzte Nachmittag im Kloster Wat Tung.
Brigitte hat uns für heute nachmittag angeboten, sie bei 2 Leichenfeiern zu begleiten. Unsere anfängliche Skepsis wird bald durch unsere Neugier verdrängt und wir machen uns gegen 14 Uhr auf den Weg. Wir fahren mit dem schon etwas klapprigen Tempelbus. Fahrerin ist die Nonne Ah mit der weißen Pelzkappe, die ich unbedingt photographieren muß. Wir fahren zuerst zu einem Tempel, der in einem lichten Wäldchen liegt. Schon beim Aussteigen hören wir laute, eher fröhliche Musik aus Lautsprechern schallen. Nach unserer Meinung paßt diese Musik überhaupt nicht zur Trauerstimmung, aber Brigitte meint, die Thais lieben das so. Am Eingang des Tempels kommt uns, in Schwarz gekleidet, die Tochter der Toten entgegen. Sie weint und wird gleich von Brigitte in den Arm genommen. Wir steigen die Stufen zum Tempel hinauf und sehen aufgebahrt die alte Frau liegen. Sie war viele Jahre Nonne in Wat Tung gewesen und die Nonnen um uns kennen sie alle. Da außer Johannes kein weiterer Mönch an dieser Leichenfeier teilnimmt, ist er als Novize diesmal der Ranghöchste und der Erste bei der Leichenwäsche.

Die Prozedur der Leichenwäsche sehen wir hier zum ersten Mal. Damit soll die Tote von allen schlechten Dingen, die sie im Leben getan oder erlebt hat, reingewaschen werden. So befreit von allem Übel soll sie dann in ihr neues Dasein hinübergehen. Man nimmt aus einer bereitstehenden Schale etwas Wasser und läßt es über die Hand der Toten laufen. Johannes tut das als Erster, dann sind Bernd und Leifs Vater an der Reihe. Es folgen die Nonnen und wir Laien. Brigitte meint, wir sollten ruhig photographieren, die Thais hätten das gern. Ich habe meinen Fotoapparat gleich in der Hütte gelassen, als es hieß, wir gehen zu einer Leichenfeier. Frau K. überwindet ihre Skrupel und schießt ein paar Fotos. Wie gut es ist, daß sie ihre Kamera dabei hat, zeigt sich bei der zweiten Beerdigung, zu der wir anschließend fahren.

Bei dieser Feier sitzen schon seit der Mittagsstunde alle verfügbaren Mönche von Wat Tung und mit ihnen etwa 1000 weitere Gäste, die zu der Trauerfeier gekommen sind. Wir erleben eine Beerdigung, zu der sich die "Oberen Tausend" von Sam Chuk versammelt haben. Die verstorbene Nonne gehörte zu einer der reichsten Familien der Umgebung und entsprechend illustre Gäste, angefangen von hochdekorierten Generälen bis zu Politikern und Wirtschaftsbossen, defilierten am Schluß der Feier am Sarg vorbei. Den Anfang des Ehrenzuges aber bildeten die Mönche. Einige aus der Familie der Nonne hatten zu Ehren der Verstorbenen ihr normales bürgerliches Leben kurzzeitig verlassen und waren für wenige Tage zum Mönch ordiniert.

Wir fahren zurück nach Wat Tung und machen einen Abschiedsspaziergang mit Johannes über das Tempelgelände. Morgen früh heißt es Abschied nehmen von diesem Ort, der uns für eine Woche gastfreundlich aufnahm und uns ganz intensive Einblicke in das Leben in einem buddhistischen Kloster gab. Wir sind nach dieser Woche keine Buddhisten geworden und wir sind auch weit entfernt davon, alles, was der Buddhismus lehrt oder verlangt, zu verstehen. Aber wir haben gesehen, wie wichtig und notwendig die Mönche und Nonnen im täglichen Leben in Thailand sind; welche Aufgaben sie in der Gemeinschaft der Menschen haben.

Wir haben den Tempel Wat Tung als einen offenen, lichten Platz mit ruhigen und belebten Ecken kennengelernt. Es ist ein Treffpunkt für die Bevölkerung, ein soziales, kulturelles und religiöses Zentrum zugleich. Wir sind in eine funktionierende Klostergemeinschaft geraten, in der jeder seinen Platz und seine Aufgabe hat. Ausgezogen waren wir, um zu sehen, ob es unserem Sohn in dieser Gemeinschaft gut geht und er glücklich ist. Er hatte geschrieben, daß er im Wat den Platz seiner Träume gefunden hat. Davon konnten wir uns überzeugen. Auch für seine 4 Grundbedürfnisse, mehr scheint er tatsächlich nicht zu haben, wird gesorgt: Essen, Kleidung, Unterkunft und medizinische Versorgung im Bedarfsfall ist gesichert. Was uns noch wichtig erschien, ist die Erreichbarkeit in wichtigen Familienangelegenheiten. Mit der Einrichtung einer Webseite im Internet unter www.vimokkha.com und der e-mail von Brigitte mckaruna2001@yahoo.com ist das ferne Wat Tung für uns noch ein ganzes Stück näher gerückt und wir sehen den weiteren Ereignissen um unseren ältesten Sohn Johannes optimistisch entgegen.